Eine Sanierung unterscheidet sich in einem grundlegenden Punkt von einem Neubau: Sie ist an die Gegebenheiten des bestehenden Gebäudes gebunden. Planungen, die diese Grenzen nicht kennen, müssen nach Arbeitsbeginn geändert werden.
Erst die Bestandsaufnahme, dann die Entscheidung
Der erste Schritt einer Sanierung ist das Aufmaß vor Ort und die Erfassung des Bestands. Wo tragende Wände liegen, wo Leitungen verlaufen und wie hoch die Geschosse sind, bestimmt unmittelbar, was sich ändern lässt. Entscheidungen ohne diese Bestandsaufnahme erweisen sich oft als nicht umsetzbar.
Die Frage des Tragwerks
Ob eine Wand, die entfernt werden soll, tragend ist, ist die wichtigste Frage einer Sanierung. Bei nicht tragenden Trennwänden gibt es Spielraum, jeder Eingriff in das Tragwerk erfordert jedoch eine Bewertung durch die zuständige Ingenieurdisziplin. Das ist eine Frage der Standsicherheit, die Vorrang vor gestalterischen Wünschen hat.
Ein Leistungsverzeichnis erstellen
Der Umfang einer Sanierung wird erst klar, wenn die Arbeiten Position für Position aufgelistet sind. Das Leistungsverzeichnis legt Reihenfolge und Umfang fest. Jede im Verlauf hinzukommende Arbeit wirkt sich auf Zeitplan und Budget aus; messbar ist das nur, wenn es eine Liste gibt.
Wann eine Genehmigung nötig ist
Änderungen an Fassade, Tragwerk oder der Aufteilung von Einheiten können genehmigungspflichtig sein. In gemeinschaftlich genutzten Gebäuden wie Mehrfamilienhäusern kommen zusätzlich die Hausordnung und Beschlüsse der Eigentümer ins Spiel. Sobald der Umfang feststeht, sollte geprüft werden, welche Genehmigungen erforderlich sind.
Materialentscheidungen früh treffen
Einer der häufigsten Gründe für Verzögerungen bei Sanierungen ist, dass Materialentscheidungen noch nicht getroffen sind, wenn das jeweilige Gewerk an der Reihe ist. Frühzeitige Entscheidungen machen Lieferzeiten planbar und verhindern Wartezeiten auf der Baustelle.
Wird der Raum weiter genutzt?
Ob der Raum während der Sanierung weiter genutzt wird, beeinflusst den Bauablauf unmittelbar. Begrenzte Arbeiten lassen sich in Abschnitten planen, bei Sanierungen mit Bad, Küche und Installationen ist die Nutzung meist schwierig. Wer das von Anfang an bespricht, erlebt im Verlauf weniger Überraschungen.