Die Materialwahl im Innenraum wird oft als rein optische Vorliebe betrachtet. Wie gut sich ein Material im Raum bewährt, zeigt sich jedoch ebenso daran, wie es altert, wie daran, wie es aussieht.
Beanspruchung
Derselbe Bodenbelag verhält sich in einem Flur, der einige Male am Tag begangen wird, ganz anders als im ständig genutzten Eingang eines Geschäfts. Die erste Frage vor der Auswahl lautet, wie stark die Fläche tatsächlich genutzt wird. Bei stark beanspruchten Flächen hat die Haltbarkeit Vorrang vor der Optik.
Pflegeaufwand
Jedes Material bringt Erwartungen an die Pflege mit. Eine Fläche, die regelmäßige Pflege braucht, verliert ohne diese schnell ihr ursprüngliches Aussehen. Bei der Auswahl muss realistisch eingeschätzt werden, wie viel Zeit der Nutzer für die Pflege aufwenden kann.
Besondere Bedingungen in Nassräumen
In Nassräumen wie Bad und Küche ist die Beständigkeit gegen Wasser, Feuchtigkeit und Reinigungsmittel entscheidend. Abdichtung und Installationen müssen hier vor dem sichtbaren Belag festgelegt werden; ist die Lösung darunter nicht richtig ausgeführt, verdeckt die sichtbare Oberfläche das Problem nur.
Gesamtwirkung
Materialien, die einzeln gefallen, ergeben zusammen nicht immer ein stimmiges Ganzes. Materialien sollten gemeinsam betrachtet werden, einschließlich Farbe, Struktur und Glanzgrad. Wer die dominierenden Flächen eines Raumes festlegt und die übrigen danach auswählt, vermeidet leichter ein unruhiges Ergebnis.
Zusammenspiel mit dem Licht
Materialien verändern sich im Licht. Eine unter Ladenbeleuchtung ausgewählte Farbe kann in einem Raum mit Tageslicht anders wirken. Materialentscheidungen sollten daher gemeinsam mit dem Lichtkonzept getroffen und nach Möglichkeit unter den Lichtverhältnissen des Raumes selbst beurteilt werden.
Reihenfolge der Entscheidungen
Die Materialwahl ist erst sinnvoll, wenn der Grundriss feststeht. Entscheidungen, die getroffen werden, bevor die Nutzung des Raumes klar ist, werden bei einer Grundrissänderung hinfällig. Die richtige Reihenfolge lautet: zuerst der Grundriss, dann Material und Licht, zuletzt die Details.